reduktion


«Man soll die Entitäten nicht unnötig vermehren» postulierte Wilhelm von Ockham (1285–1347/50) und machte sich auf, das Gedankengebäude der Scholastiker zu zertrümmern. Damit ebnete er langfristig den Weg für die moderne Wissenschaft. Reduktion bedeutet immer Zerstörung von Erwartungen; verstörend für jene, die Klarheit scheuen, erfrischend für jene, die sie suchen.

Der Kampf um Reduktion – denn es ist ein Kampf – ist im Endprodukt nicht mehr sichtbar. Der «Staub der Schlacht» ist verweht. Das Objekt steht da, klar, eindeutig, unverrückbar. Nicht allen Betrachtern ist der Kampf nachvollziehbar, den der Künstler focht. Das ist auch nicht notwendig, um das Werk zu geniessen. Aber es hilft, den Künstler zu verstehen.

Bernhards eiserne Artefakte sind Reduktion. Ihre monolithische Erscheinung birgt aber auch eine unerwartete Zartheit, die sich erst bei längerer Betrachtung erschliesst. Bernhards Liebe zum Material wird dann fühlbar.

Bernhard, mach weiter so.

Werner Kieser

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